Amblyopie & Schielen – ein Ratgeber für Eltern
Einfühlsame, bequeme Unterstützung bei der Okklusion von Amblyopie und Schielen
Wenn bei Ihrem Kind eine Amblyopie („faules Auge“, Schwachsichtigkeit) oder ein Schielen (Strabismus) festgestellt wurde, kann das Abkleben oder Abdecken eines Auges anfangs entmutigend wirken. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter diesen Erkrankungen steckt, wie die Okklusionstherapie funktioniert und wie Sie das tägliche Tragen etwas leichter machen – für Kinder wie für Erwachsene.
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Was sind Amblyopie („faules Auge“) und Schielen?
Faules Auge (Amblyopie)
Verminderte Sehschärfe auf einem Auge, weil Gehirn und dieses Auge nicht richtig zusammenarbeiten. Das Auge sieht oft normal aus – ein faules Auge ist nicht immer eines, das „abweicht“; das Gehirn hat gelernt, das stärkere Auge zu bevorzugen.
Strabismus (Schielen)
Wenn die Augen nicht in dieselbe Richtung blicken – eines kann nach innen, außen, oben oder unten abweichen. Schielen ist eine häufige Ursache für ein faules Auge, weil das Gehirn beginnen kann, das fehlgestellte Auge zu ignorieren.
Kurz gesagt: Beim Schielen geht es darum, wie die Augen ausgerichtet sind; bei der Amblyopie darum, wie gut ein Auge sieht. Ein Kind kann das eine, das andere oder beides haben – und nur eine augenärztliche Fachkraft kann Ihnen sagen, was vorliegt.
Wie funktioniert das Abdecken eines Auges?
Das Abdecken, auch Okklusionstherapie genannt, ist seit Langem fester Bestandteil der Amblyopie-Behandlung. Dabei wird das stärkere Auge mit einer Augenklappe abgedeckt. Solange das dominante Auge vorübergehend außen vor ist, wird das Gehirn dazu angeregt, sich auf das schwächere Auge zu verlassen – und es zu stärken. Über Wochen und Monate kann dies helfen, die Sehkraft des amblyopen Auges zu verbessern.
Eine Augenklappe zur Amblyopie-Therapie wird oft mit einer Brille und in manchen Fällen mit gezielten Nahsehübungen kombiniert, damit das schwächere Auge aktiv bleibt.
Wichtig: Diese Seite dient der Information und ist keine medizinische Beratung. Die Stunden pro Tag, die Gesamtdauer und ob eine Okklusion überhaupt sinnvoll ist, legt Ihre Augenärztin bzw. Ihr Augenarzt individuell anhand der Diagnose und des Alters Ihres Kindes fest. Halten Sie sich stets an die Verordnung – mehr Abdecken ist nicht automatisch besser, und ein vorzeitiger Abbruch kann Fortschritte zunichtemachen.
Eine bequeme Augenklappe wählen
Die beste Augenklappe ist die, die tatsächlich getragen wird. Unsere Augenklappen sind handgefertigt aus Vollnarbenleder und 3D-konturiert, damit sie auf dem Gesicht aufliegen, ohne auf das Auge zu drücken – ein bequemes Accessoire (kein Medizinprodukt), das es leichter macht, die ärztlich verordnete Okklusion durchzuhalten.
Bequem für langes Tragen
Weich auf der Haut und atmungsaktiv – kein klebendes Pflaster, das an empfindlicher Haut zieht.
Berührt das Auge nicht
Eine 3D-konturierte Form liegt auf dem Gesicht auf, sodass das Auge darunter frei blinzeln kann.
Sicherer Halt
Ein Band, das beim Spielen an Ort und Stelle bleibt, ohne ständiges Nachjustieren.
Tipps, die das Abdecken erleichtern
Eine feste Routine schaffen
Legen Sie die Augenklappe jeden Tag zur gleichen Zeit an und verknüpfen Sie das mit etwas Vorhersehbarem – einer Sendung, dem Frühstück oder der Fahrt zur Kita. Vorhersehbarkeit verringert den Widerstand.
Mit Spaß verbinden
Heben Sie die spannendsten Nahbeschäftigungen für die Zeit mit Augenklappe auf – Malen, Tablet, Stickerhefte –, damit das schwächere Auge weiter arbeitet.
Belohnen und ermutigen
Ein einfacher Stickerplan oder eine kleine tägliche Belohnung macht Fortschritte sichtbar. Loben Sie die Mühe, nicht nur das Ergebnis.
Das Kind einbeziehen
Lassen Sie Ihr Kind die Augenklappe oder ihren Stil aussuchen, ihr einen Namen geben oder auch dem Lieblingskuscheltier eine „Augenklappe“ aufsetzen. Ein bisschen Mitbestimmung bewirkt viel.
Okklusion bei Amblyopie & Schielen: FAQ
Schielen ist eine Fehlstellung – die Augen blicken in unterschiedliche Richtungen. Ein faules Auge (Amblyopie) ist eine verminderte Sehschärfe auf einem Auge, weil das Gehirn es nicht voll nutzt. Beides tritt oft gemeinsam auf, doch welche Erkrankung vorliegt, stellt die Augenärztin bzw. der Augenarzt fest.
Eine Pauschalantwort gibt es nicht – es hängt von Alter, Diagnose und dem Ansprechen des Auges ab. Umfang und Dauer werden individuell von Ihrer augenärztlichen Fachkraft verordnet; folgen Sie daher deren Anweisungen und nicht einer Zahl aus dem Internet.
Am wirksamsten ist die Okklusion in der frühen Kindheit, solange sich das Sehen noch entwickelt – deshalb ist eine frühe Erkennung so wichtig. Sie kann aber auch älteren Kindern und in manchen Fällen Erwachsenen helfen.
Amblyopie lässt sich bei kleinen Kindern am leichtesten behandeln, doch auch manche Erwachsene können noch von Sehtraining und Okklusion profitieren. Die Ergebnisse sind unterschiedlich – eine augenärztliche Fachkraft kann einschätzen, was realistisch ist.
Abgedeckt wird das stärkere Auge. Das Abdecken des dominanten Auges regt das Gehirn an, das schwächere, faule Auge zu nutzen und zu stärken. Klären Sie mit Ihrer Augenärztin bzw. Ihrem Augenarzt, welches Auge abgedeckt werden soll.
Wählen Sie eine weiche Augenklappe, die nicht auf das Auge drückt, verbinden Sie die Tragezeit mit einer angenehmen Beschäftigung, nutzen Sie einen Belohnungsplan und beziehen Sie Ihr Kind ein. Wenn Reizungen anhalten, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Fachkraft.
Klebepflaster kommen meist direkt auf die Haut unter der Brille, während eine Augenklappe mit Band oft über oder um das Brillengestell getragen werden kann. Klären Sie, welche Lösung Ihre Augenärztin bzw. Ihr Augenarzt empfiehlt.







